Antonia Brico Ehemann

Antonia Brico Ehemann
Antonia Brico Ehemann

Antonia Brico Ehemann | Antonia Brico wurde 1902 in Rotterdam geboren und wuchs bei Pflegeeltern in den USA auf. Ihre großen Inspirationen waren Albert Schweitzer – in seiner Rolle als Organist und Arzt und der niederländische Dirigent Willem Mengelberg – und Brico wollte ihm nacheifern. Aber noch nie ist eine Frau in dieser Position auf der Bühne gestanden.

Die Geschichte informiert uns über Bricos frühe Bemühungen, Dirigent zu werden, in den Jahren 1926 bis zur Gründung der New York Women’s Symphony im Jahr 1934.

Damals war es für eine Frau wirklich unvorstellbar, ein Orchester zu dirigieren – die Konzertwelt war eine reine Männerwelt. Das muss auch Brico grausam erleiden.

Als sie sich in eine Mengelberg-Aufführung schleicht, die er in New York präsentiert, verliert sie ihre Position als Platzanweiser am Veranstaltungsort. Sie braucht nicht nur das Geld, sie braucht auch die Musik.

Aber alles, was Sie einer Frau ermöglichen, Pianistin oder Sängerin zu sein. Brico schafft es bis zum Konservatorium, muss aber gehen, als es zu Konflikten mit ihrem Lehrer kommt, etwa wegen sexueller Belästigung.

1927 verließ sie New York und ging nach Europa. In Amsterdam überfiel sie Mengelberg und forderte ihn auf, sie zu erziehen. Mengelberg übergibt sie jedoch in einem Brief an Karl Muck.

Und er ist verrückt genug, sich um Bricos zu kümmern. Sie ist sogar die erste Frau, die an der Hochschule Dirigieren studiert. 1930 machte sie sich mit ihrem Debüt bei den Berliner Philharmonikern einen Namen.

Brico gab nicht so schnell auf, zweifellos ein schwieriger Kampf, der sie nicht unverletzt ließ. An ihrer Seite kein fester Ehepartner. Es gab vielleicht mehrere Liebesbegegnungen, aber keine hielt an. In der Erzählung ist Frank typisch für diese Typen.

Frank ist Konzertmanager und der Sohn einer reichen Familie aus Long Island. Brico verliebt sich in ihn, doch als er ihr einen Heiratsantrag macht, verlässt sie ihn – wegen ihres großen Ehrgeizes, dem Ehe und Kinder im Wege stehen.

1934 gründete sie die New York Women’s Symphony, die nach vier Jahren aufgelöst wurde. Chefdirigentin wurde sie aber nie, obwohl sie 1941 einen Posten beim Denver Symphony Orchestra bekam, aber die Jungs bekamen dann kalte Füße.

Auch als Gastdirigentin hat sie noch nie so viele Aufträge erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Ihren Lebensunterhalt verdiente sie dann als Klavierlehrerin.

Wahr ist natürlich auch, dass das musikinteressierte Publikum und damit auch die Sponsoren schnell das Interesse verloren, als Brico aus der ersten hochgelobten New York Women’s Symphony ein gemischtes Orchester aufbaute.

Das Ziel, nur als Dirigent ernst genommen zu werden, der „zufällig eine Frau ist“ (Brico on Brico), erwies sich als nutzlos.

Und so scheiterte der Plan, eine feste, professionelle Stelle als Dirigentin in Denver zu bekommen, wo sie sich ein tragfähiges Netzwerk aufgebaut hatte: Das Denver Symphony Orchestra (DSO), bei dem sie erfolgreich gastierte, entschied sich ein (deutlich weniger qualifizierter) Typ als Chef.

Auf diese Weise baute sie das Denver Businessman’s Orchestra – Sibelius schrieb ein Glückwunschtelegramm zu seiner Gründung im Jahr 1948 – zu einer ernsthaften Gruppe aus, die im Laufe der Zeit (umbenannt in Brico Symphony) bessere musikalische Ergebnisse hervorbrachte als das DSO.

So schön es auch sein mag, dass Antonia Brico nun mit „The Conductor“ geehrt wird – das eigentliche filmische Denkmal wurde ihr 1974 gesetzt:

“Antonia: A Portrait of the Woman” heißt der Dokumentarfilm, den Jill Godmilow zusammen mit Judy Collins gedreht hat und der auf YouTube zu sehen ist (leider in schlechter Qualität mit verzerrtem Ton) (leider in schlechter Qualität mit verzerrter Tonspur ).

Collins war Bricos beste Klavierschülerin in Denver, bevor sie erfolgreich einen neuen beruflichen Weg als Folksängerin einschlug.

Im Gespräch entlockt sie ihrem ehemaligen Dozenten, dessen mutige, entschlossene Regie- und Probenweise man in früheren und aktuelleren Samples rühmen kann, nicht nur die Erfolgsgeschichten und charmanten Kommentare,

Der entscheidende Punkt ist ein Szenario, in dem Brico plötzlich herauskommt: Fünfmal im Jahr eine Aufführung mit einem professionellen Orchester dirigieren zu können, ist, als würde man jemandem, der seit Tagen hungrig ist, ein Stück Brot zuwerfen. „Ich kann mein Instrument, das Orchester, nicht spielen“, erklärt sie.

Frauen können einfach nicht führen. Als Mamas und Musen und Gönnerinnen sind sie willkommen und jubeln über Applaus. Alles andere überlassen sie den Männchen. Klassische Musik war schon immer praktisch auf einer Ebene mit Fußball (und der katholischen Kirche), wenn es um Frauenfeindlichkeit geht. Ist immernoch.

Was zum Beispiel der Dirigent Mariss Jansons vor nicht allzu langer Zeit über seine Taktstockkollegen gesagt hat, ist auf einer unglaublich flachen Ebene so, wie es die nationalen Kicker gerne über die deutsche Frauenmannschaft sagen. Aber dazu später mehr.

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